Stadtharmonie Laufen - einst


1926-1961 - Gründung und Aufbau

Nach den Wirren des 1. Weltkriegs folgten die goldenen 20er Jahre, eine Art Befreiung mit wirtschaftlichem Aufschwung und Blütezeit in verschiedensten Bereichen wie Mode, Literatur, Tanz und Musik. In dieser sehr kreativen Zeit wurde 1926 der damalige Musikverein Laufen gegründet beim Weber Sepp im Restaurant Balance. Gründungsmitglieder waren: Josef Fleury, Paul Meyer, Arnold Richterich. Fast zur gleichen Zeit wurde die Musikgesellschaft Konkordia Grindel aufgelöst. Von ihr konnten die Laufner Blasmusikinstrumente, Pauke, Trommel und Musikalien für Fr. 650.- übernehmen. Beim ersten Auftritt spielten standhaft 19 Musikanten.

 

Sie waren sehr hart die Krisenjahre, deprimierend und einschränkend, auch in der Schweiz. Und trotzdem entschied man sich 1938 mutvoll eine neue Uniform anzuschaffen  Farbe: feldgrau. Nach Kriegsende gabs 1946 bereits die erste Vereinsreise und zwar nach Lugano. Durch den Fremdarbeiter A. Reichle, er arbeitete in der Garage P. Hof, kam es 1951 zu einer Einladung nach Markdorf (Bodensee) und somit zur ersten Auslandreise. Dieser Besuch hinterliess einen guten Eindruck und festigte freundnachbarliche Beziehungen. In dieser langen Epoche von 36 Jahren leiteten fünf Dirigenten den Verein Adolf Hof, Josef Jecker, Louis Heizmann, Friederich Urben, Edwin Hug. Es war eine schöne Zeit mit vielen Kontakten D/F/CH. 

 

1962-1990 - Musikalischer Aufstieg

Mit dem konjukturellen Aufschwung der 60er Jahre entschied sich der Musikverein 1962 zur Anstellung eines Berufsdirigenten mit der Wahl von Pius E. Kissling, Allschwil. Und dann wurde ein neuer Weg eingeschlagen: Namenswechsel in Stadtharmonie Laufen, ein neuer Präsident Georges Hof, neue Instrumente und musikalische Neuausrichtung. Georges Hof knüpfte zielstrebig Kontakte in Laufen und überall. Kapellmeister Pius E. Kissling konnte von seiner Tätigkeit als musikalischer Leiter der Knabenmusik der Stadt Basel profitieren ehemalige wollten in Laufen mitmachen. So entstand ein Team aus begeisternden Bläsern und Schlagzeugern aus BS/BL, Schwarzbubenland und Laufental BE. Das Duo Kissling-Hof führte den Verein in 25 Jahren in die Höchstklasse.

 

50 Jahre

1976 feierte die Stadtharmonie mit einer neuen Uniform ihr 50 jähriges Bestehen. Und wie Präsident Georges Hof ausführte: Welch gewaltige Arbeit ist in diesem Zeitraum geleistet worden, und welche Verpflichtungen übernehmen die Nachfahren der vergangenen Generationen für die Zukunft! Mögen der Stadtharmonie die kommenden Jahre und Jahrzehnte hindurch Glück und Gedeien beschieden sein.

 

Zusammen mit den Kissling-Vereinen Knabenmusik Basel, Polizeimusik Basel wurde im Stedtli in Grossformation die Ouverture Solenelle „1812“ von Tschaikowsky aufgeführt. Im gleichen Jahr wurde die 1. Schallplatte produziert. Der Verein konzertierte während 10 Jahren mit dem elsässischen Chor „Barcarole“. Ein reger Austausch entstand mit dem südenglischen Woodfalls. Gleich drei Mal reisten die Schweizer dorthin und die Brass Band Woodfalls kam mehrmals in die Schweiz. Ausland-, Schweizerreisen und all die zahlreichen Galakonzerte, Jubileen, Ständeli, Hochzeit- und Trauergottesdienste im Laufental zeugen von einer reichen Tätigkeit, nicht zuletzt all die Teilnahmen an Laufentaler Musiktagen oder die im Turnus stattfindende Organisation dieses wichtigen Anlasses.

 

 

Eines der herausragendsten Ereignisse im Stedtli Laufen waren die seit 1965 jährlich stattfindenden Kirchenkonzerte in der St. Katharinenkirche Laufen.  

 

 

1990 – 2005 - Neue Periode

Im Jahre 1990 erfolgte ein Dirigentenwechsel. Nach der langen Ära Kissling übernimmt der Luzerner Ruedi Renggli die Leitung, auch er wie Kissling DRS/SRF-Musikredaktor (Teilnahme am Welt-Musikfest im holländischen Kerkerade, die Schaffung der Kapelle „Birsfall“ mit TV-Auftritten, CD-Produktion mit Werken von Emil Würmli. Dann folgten der Basler Baldur Brönnimann, Edgar Kamber, Büsserach, Dani Haus, Arisdorf (2. Würmli-CD). Nach dem Tod von Georges Hof folgten die Präsidenten Othmar Brühwiler, Rolf Zbinden und der Laufner Förster Paul Kümin. Alle unterstützten das Vereinsziel „gute Musik zu spielen mit Auftritten im In- und Ausland“.

Autor: Ein ehemaliger Stadtharmoniker; 2016